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Wie eine Rollenspiel-Szene tatsächlich klingt

Rollenspiele wirken zu Beginn oft ungewohnt. Deshalb zeigen wir hier drei typische Ausschnitte, wie ein Gespräch im Workshop geübt wird, von der Vorbereitung bis zur Reaktion auf ein Nein.

Teilnehmerin macht sich Notizen zur Vorbereitung ihres Beförderungsgesprächs
Szene 1 · Vorbereitung

Vom Wunsch zur belegbaren Aussage

Zu Beginn formuliert jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer ihr Anliegen zunächst frei. Häufig klingt das zunächst diffus. In einem zweiten Durchlauf wird dieselbe Aussage anhand konkreter Projekte neu aufgebaut.

Vorher:„Ich denke, ich bin bereit für mehr Verantwortung.“
Nachher:„In den letzten sechs Monaten habe ich das Projekt X eigenständig geführt und dabei zwei neue Prozesse eingeführt, die im Team übernommen wurden.“
Rollenspiel-Szene an einem Workshop-Abend, zwei Personen üben ein Beförderungsgespräch
Szene 2 · Timing ansprechen

Den Zeitpunkt aktiv benennen

Ein häufiger Fehler ist, den Zeitpunkt des Gesprächs der Führungskraft zu überlassen. Wir üben, den Vorschlag für das Timing selbst zu formulieren und zu begründen, warum dieser Moment sinnvoll ist.

Teilnehmer:in:„Ich würde das Gespräch gerne vor der Budgetplanung im Herbst führen, damit meine Rolle für das kommende Jahr berücksichtigt werden kann.“
Führungskraft (Rollenspiel):„Das ist ein guter Zeitpunkt, lassen Sie uns das im Detail besprechen.“
Feedbackrunde nach einer Rollenspiel-Szene mit Trainer und Teilnehmenden
Szene 3 · Reaktion auf ein Nein

Handlungsfähig bleiben, auch bei einer Absage

In dieser Szene erhält die Teilnehmerin zunächst eine Absage. Statt das Gespräch zu beenden, wird geübt, konkret nachzufragen, welche Bedingungen sich ändern müssten, damit eine Entscheidung zu einem späteren Zeitpunkt anders ausfallen könnte.

Führungskraft (Rollenspiel):„Aktuell ist im Budget dafür kein Spielraum.“
Teilnehmer:in:„Verstehe ich. Was müsste sich aus Ihrer Sicht verändern, damit wir das Thema in sechs Monaten erneut aufgreifen können?“
Feedbackstruktur

Wie Rückmeldung im Rollenspiel organisiert ist

Damit Feedback konkret bleibt und nicht in allgemeinen Eindrücken hängen bleibt, folgt jede Übung derselben Struktur.

Beobachtung ohne Bewertung

Die Feedbackgeberin oder der Feedbackgeber beschreibt zunächst nur, was gesagt und wie es gesagt wurde, ohne das Ganze bereits einzuordnen. Das schafft eine gemeinsame Ausgangsbasis.

Wirkung auf die Gegenseite

Im zweiten Schritt beschreibt die Person, die die Führungskraft gespielt hat, wie die Aussage bei ihr angekommen ist, überzeugend, vage, zu defensiv oder zu fordernd.

Konkrete Alternative

Zum Schluss wird gemeinsam eine alternative Formulierung erarbeitet, die direkt im zweiten Durchlauf ausprobiert werden kann.

Selbst einmal in diese Rolle schlüpfen?

Fragen Sie unverbindlich nach dem nächsten Termin für die zwei Workshop-Abende.